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Internetmarke mit Access nutzen

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Im Artikel CSV-Export für Adressen haben wir uns mit der Vorbereitung von Adressdaten für den Einsatz mit dem Versanddienstleister Hermes beschäftigt. Dieser versendet allerdings nur Pakete und zweitens wollen wir uns hier ja nicht einseitig mit dem Angebot eines einzelnen Unternehmens beschäftigen. Deshalb und weil ich damit gerade einige Erfahrungen sammeln durfte, schauen wir uns im vorliegenden Artikel die Möglichkeiten an, die Internetmarke der Deutschen Post für unsere Zwecke einzusetzen.

Beispieldatenbank

Die Beispiele dieses Artikels finden Sie in der Datenbank 1210_Internetmarke.mdb.

Internetmarke nutzen

Die Internetmarke ist ein relativ neues Angebot der Deutschen Post, um online verschiedene Medien mit Porto zu bedrucken. Wer einen solchen Dienst von Access aus nutzt, der hat nicht nur im Sinn, gelegentlich eine Briefmarke auszudrucken, sondern wird auf Basis der Adressen in seiner Datenbank eine oder mehrere Adressetiketten erstellen wollen.

Das Ergebnis wird in Form einer ein- oder mehrseitigen PDF-Datei geliefert. In meinem Fall wurden Etiketten mit den Maßen 62 x 100 mm für einen Brother-Etikettendrucker benötigt. Das Ergebnis sah beispielsweise wie in Bild 1 aus.

Beispiel für ein Adressetikett

Bild 1: Beispiel für ein Adressetikett

Dazu sind folgende Dinge nötig:

  • Eine Abfrage, welche die Adressdaten in einem geeigneten Format liefert,
  • das auf Basis dieser Abfrage exportierte Ergebnis in Form einer .csv-Datei,
  • eine Portokasse bei der deutschen Post sowie
  • ein Zugang zum Angebot Internetmarke.

Wir kümmern uns in diesem Artikel zunächst um die Gestaltung der zur Übergabe von Adressen benötigten .csv-Datei, schauen uns dann die die Übergabe dieser Datei an das Online-Angebot der Post an und erstellen dann schließlich die gewünschte .csv-Datei mit Access.

Ich habe bislang zwei verschiedene Formate für die Übergabe von Adressdaten zum Erstellen von Internetmarken ausprobiert. Das erste bezieht sich auf reguläre deutsche oder ausländische Empfänger, das zweite auf Sendungen, die an Packstationen geschickt werden sollen.

Es gibt noch zwei weitere Formate für den Versand an ein Postfach und für den Versand an Großempfänger – mehr Informationen hierzu finden Sie unter https://internetmarke.deutschepost.de/internetmarke/content/help.do.

Die erste Variante ist wie in Bild 2 aufgebaut. Die einzelnen Zeilen enthalten in dieser Reihenfolge folgende Informationen:

.csv-Datei für den Upload von Adressdaten

Bild 2: .csv-Datei für den Upload von Adressdaten

  • Feldnamen (eine Zeile),
  • Daten für den Versender (eine Zeile) und
  • Empfängerdaten (eine oder mehrere Zeilen).

Die zulässige Länge der Daten für die einzelnen Felder, die übrigens durch Semikola voneinander getrennt werden, entsprach in der Praxis nicht den Vorgaben in der Hilfe.

Damit Sie zuverlässige Informationen erhalten, haben wir geprüft, welche Felder wieviele Zeichen aufnehmen können. Dabei hilft eine .csv-Datei, die verschieden lange Einträge je Feld enthält (siehe Bild 3).

Test-CSV-Datei zur Ermittlung der Zeichenzahl je Feld

Bild 3: Test-CSV-Datei zur Ermittlung der Zeichenzahl je Feld

Mit dieser Testdatei öffnen wir nun das Internetangebot der Post (http://www.post.de) und klicken dann links auf Briefmarken kaufen|Internetmarke.

Es erscheint der Dialog aus Bild 4. Hier können Sie sich, sofern Sie bereits über einen Zugang verfügen, einloggen (oben über den Link Login). Dies ist vorteilhaft, da einige zuletzt verwendete Einstellungen wie etwa das Papierformat übernommen werden. Danach klicken Sie auf Internetmarken für|Briefe.

Startpunkt beim Erstellen von Internetmarken

Bild 4: Startpunkt beim Erstellen von Internetmarken

Dies zeigt eine andere Ansicht des vorherigen Schrittes an (siehe Bild 5). Sie können hier nun einfach das Porto drucken lassen, aber das ist ja nicht unser Ziel. Stattdessen klicken Sie auf Adresse hinzufügen, um weitere Optionen zu erhalten – zum Beispiel über den Eintrag Adress-Datenimport (siehe Bild 6).

Einblenden der Befehle zum Hinzufügen von Adressen

Bild 5: Einblenden der Befehle zum Hinzufügen von Adressen

Hinzufügen von Adressen per Datenimport

Bild 6: Hinzufügen von Adressen per Datenimport

Klicken Sie auf diesen Eintrag, erscheint ein HTML-Popup, das einen Dateiauswahl-Dialog anbietet, um die .csv-Datei auf Ihrem Rechner hochzuladen.

Nach der Auswahl klicken Sie auf Datei hochladen, um die Daten auf den Server der Post zu übertragen (siehe Bild 7).

Auswahl einer Datei zum Hochladen

Bild 7: Auswahl einer Datei zum Hochladen

Nach dem Hochladen zeigt ein Dialog das Ergebnis an. Sollten Fehler aufgetreten sein (was bei unserer Testdatei zu erwarten war), zeigt der Dialog diese nun an (siehe Bild 8).

Prüfen des Ergebnisses des Uploads

Bild 8: Prüfen des Ergebnisses des Uploads

Leider gibt es keine explizite Fehlerbeschreibung, sondern nur den Hinweis auf den jeweils falschen Eintrag. Bei der Testdatei haben wir beispielsweise die Werte 1, 12, 123 und so weiter für das Feld PLZ angegeben.

Ist gleichzeitig Deutschland als Empfängerland festgelegt, führen alle Werte, die nicht aus fünf Ziffern bestehen, zu einem Fehler. Bei ausländischen Adressen ist der Dienst etwas lässiger: hier können Sie auch andere Werte eintragen. Sie müssen also schon genau kontrollieren, ob die PLZ zum angegebenen Länderkennzeichen passt.

Eigentlich wollten wir mit der Testdatei ermitteln, wie lang die einzelnen Einträge für die verschiedenen Felder sein dürfen. Das Ergebnis sieht so aus:

  • Name: 50 Zeichen
  • Zusatz: 50 Zeichen
  • Straße: 35 Zeichen
  • Nummer: 10 Zeichen
  • PLZ: je nach Land, maximal 59 Zeichen
  • Ort: 35 Zeichen

Länderkennzeichen

Die Länderkennzeichen sind zweistellig. Eine Liste der Kennzeichen (zum Beispiel DE für Deutschland) finden Sie unter folgendem Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/ISO-3166-1-Kodierliste

Etiketten erstellen

Davon ausgehend, dass alle Einträge in Ihrer .csv-Datei korrekt sind, können Sie nun die gewünschten Einträge auswählen. Ein Tipp vorneweg: Wenn Sie Sendungen mit verschiedenen Beträgen frankieren möchten, wählen Sie zunächst die Adressen für den ersten Betrag aus (siehe Bild 9). Nachdem Sie den Dialog mit OK geschlossen haben, können Sie sich die Vorschau für die Etiketten ansehen.

Auswählen der Adressaten

Bild 9: Auswählen der Adressaten

Legen Sie dann oben fest, ob Sie einen Standardbrief, einen Kompaktbrief oder eine andere Sendung frankieren möchten. Geben Sie dort außerdem die Anzahl ein – wobei diese bei der Erstellung von Frankierungen für mehrere Kunden wohl 1 lauten dürfte.

Außerdem müssen Sie noch das Papierformat auswählen. Hier ist standardmäßig DIN A4 Normalpapier eingestellt. Wenn Sie auf ein anderes Medium drucken möchten, klicken Sie rechts auf Papierformat ändern.

Die Angabe des anfänglich angegebenen Mediums wird in ein Auswahlfeld umgewandelt, sodass Sie eines der verfügbaren Formate auswählen können. Es gibt eine ganze Reihe Formate – in meinem Fall etwa (siehe Screenshot oben) kam der Eintrag Brother DK-11202 Versand-Etikett 62 x 100 zum Einsatz.

Sie können im gleichen Zuge auch noch einen Testdruck ausführen, indem Sie auf den Link kostenloser Testdruck der ersten Seite klicken. In diesem Fall erhalten Sie die Möglichkeit, ein entsprechendes PDF-Dokument herunterzuladen, zu betrachten und gegebenenfalls testweise auszudrucken.

Weitere Frankierungen

Wenn Sie verschiedene Frankierungen mit einem Bezahlvorgang abwickeln möchten, klicken Sie unter den Daten für die soeben angelegten Frankierungen wieder auf den Eintrag Internetmarken für|Briefe. Es erscheint erneut der oben bereits vorhandene Bereich, sodass Sie nun erneut die Adressen einlesen, die Adressaten auswählen und die Portoart sowie das Papierformat festlegen können.

Bezahlart

Danach klicken Sie auf die Schaltfläche Weiter und gelangen zum zweiten Schritt (siehe Bild 10). Hier erhalten Sie eine Übersicht über die Bestellung. Wenn Sie noch nicht angemeldet sind, finden Sie hier nur die beiden Bezahlarten PayPal und Onlineüberweisung vor. Wenn Sie sich einloggen, erscheint außerdem noch der Eintrag Lastschrift.

Übernahme der Daten und Angabe der Zahlungsmethode

Bild 10: Übernahme der Daten und Angabe der Zahlungsmethode

Gegebenenfalls haben Sie bereits eine Portokasse bei der Post eingerichtet. Diese können Sie mit dem gewünschten Betrag aufladen, beispielsweise per Lastschrift. Sollte das aktuell bestellte Porto durch das Guthaben der Portokasse gedeckt sein, können Sie dieses gleich bestellen. Anderenfalls laden Sie die Portokasse auf. Das Einrichten der Portokasse und weitere Details der Bezahlung klammern wir an dieser Stelle aus Platzgründen jedoch aus.

Wichtig ist nur Folgendes: Sollten Sie mal in die Verlegenheit kommen, kurzfristig sehr viel Porto zu drucken, könnten Sie scheitern: Sie können nämlich nur Porto in Höhe eines begrenzten Betrags pro Zeitraum ordern. Sollten Sie mehr benötigen, können Sie das Budget jedoch per Anruf bei der Hotline erhöhen lassen.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Nach meiner Erinnerung (meine Anmeldung liegt nun bereits eine Weile zurück) erhält man nicht umgehend Zugriff auf die Portokasse. Gegebenenfalls müssen Sie dann eine der übrigen Bezahlarten wie PayPal oder Onlineüberweisung nutzen.

Porto herunterladen

Schließlich folgt noch der letzte Schritt des Porto-Assistenten (siehe Bild 11). Hier können Sie zwei Dokumente herunterladen: erstens ein PDF-Dokument mit dem Porto (im Beispiel für den Ausdruck eines Etiketts von 62 x 100 mm) sowie den Lieferschein.

Download des Portos und des Lieferscheins

Bild 11: Download des Portos und des Lieferscheins

Nach dem Herunterladen des Portos können Sie dieses mit dem gewünschten Drucker ausdrucken und weiterverwerten.

Adressdaten bereitstellen

Nun kommt der Access-Part dieses Artikels: Sie wissen nun zwar, wie Sie auf Basis einer fertigen .csv-Datei einen Porto-Ausdruck erstellen können. Es fehlt allerdings noch ein Weg, aus einer üblichen Adresstabelle die benötigten Daten zu extrahieren und in Form einer .csv-Datei bereitzustellen.

Die Beispieldatenbank liefert die Adressen in einer Tabelle namens tblKunden, wobei diese noch über das Feld AnredeID mit der Tabelle tblAnreden verknüpft ist (siehe Bild 12).

Die Tabelle tblKunden dient als Datenherkunft

Bild 12: Die Tabelle tblKunden dient als Datenherkunft

Länderkürzel

Die Länderkürzel könnten Sie in einem weiteren Feld der Tabelle tblKunden speichern, allerdings würde dies redundante Daten liefern.

Also erstellen Sie eine weitere Tabelle namens tblLaender, welche die drei Felder LandID (Primärschlüsselfeld mit Autowert), Land und Kuerzel enthält (siehe Bild 13).

Ländertabelle

Bild 13: Ländertabelle

In der gleich zu erstellenden Abfrage werden wir die Tabelle tblKunden über das Feld Land mit dem gleichnamigen Feld der Tabelle tblLaender verknüpfen, um das jeweilige Länderkürzel zu ermitteln

Abfrage erstellen

Um die hier vorliegenden Daten in die gewünschte Form zu bringen, verwenden Sie eine Abfrage. Erstellen Sie diese zunächst neu und fügen Sie aus dem Dialog Tabelle anzeigen die Tabelle tblKunden und die Tabelle tblAnreden zum Entwurf der Abfrage hinzu.

Außerdem benötigen wir die Tabelle tblLaender, die Sie – wie in Bild 14 dargestellt und weiter oben beschreiben – mit der Tabelle tblKunden verknüpfen.

Tabellen der Abfrage qryInternetmarke

Bild 14: Tabellen der Abfrage qryInternetmarke

Die Abfrage soll die Daten genau so liefern, wie diese in der oben beschriebenen .csv-Datei aussehen. Dabei sollen folgende Vereinbarungen getroffen werden:

  • Wenn das Feld Firma des Datensatzes gefüllt ist, wird diese in die Spalte Name eingetragen. Die Anrede, der Vorname und der Nachname landen dann in der Spalte ZUSATZ.
  • Ist das Feld Firma des Datensatzes leer, landet die Anrede im Feld NAME und der Vorname und der Nachname in der Spalte ZUSATZ.
  • Bei der Anrede wird Herr durch Herrn ersetzt.
  • Die Hausnummer wird in der Datenbank nicht in einem separaten Feld gespeichert, daher tragen wir diese immer zusammen mit der Straße in der Spalte STRASSE ein.
  • Das Kürzel beziehen wir in Abhängigkeit vom Land aus der Tabelle tblLaender.

Beginnen wir also mit den Ausdrücken, die wir von links nach rechts in das Entwurfsraster einfügen – genau in der gleichen Reihenfolge, wie diese in der .csv-Datei erwartet werden.

Das erste Feld heißt NAME und soll entweder den Wert des Feldes Firma oder, sollte dieses Feld leer sein, die Anrede enthalten – bei der männlichen Anrede jedoch nicht Herr, sondern Herrn.

Also formulieren wir den folgenden Ausdruck, wobei der Teil vor dem Doppelpunkt den später angezeigten Feldnamen liefert und der Teil hinter dem Doppelpunkt die Funktion zum Ermitteln des Feldwertes:

NAME: Nz([Firma];Wenn([Anrede]="Herr";"Herrn";"Frau"))

In diesem Fall prüft die Funktion Nz den Wert des Feldes Firma. Ist die Firma vorhanden, wird diese ausgegeben, sonst der Ausdruck, der als zweiter Parameter für diese Funktion angegeben wurde.

Dabei handelt es sich um eine Wenn-Funktion, die den im ersten Parameter angegebenen Ausdruck auf den Wert True oder False prüft.

Im Falle von True gibt die Funktion den im zweiten Parameter angegebenen Ausdruck zurück, sonst den Wert des dritten Parameters. Das bedeutet in diesem Fall: Enthält das Feld Anrede den Wert Herr, liefert die Funktion Herrn, sonst Frau.

Das Feld ZUSATZ liefert einen Ausdruck, der vom Vorhandensein eines Wertes im Feld Firma abhängt. Hat Firma einen Wert, soll die Anrede nicht unter NAME, sondern unter ZUSATZ erscheinen. Dahinter folgen in jedem Fall der Vorname und der Nachname. Dies erledigt der folgende Ausdruck:

ZUSATZ: Wenn(IstNull([Firma]);"";Wenn([Anrede]="Herr";"Herrn";"Frau")) & " " & [Vorname] & " " & [Nachname]

Hier kommt direkt eine Wenn-Funktion zum Einsatz. Diese prüft, ob Firma den Wert Null hat.

Falls ja, liefert Wenn eine leere Zeichenkette, falls nein, wird mit einer weiteren Wenn-Funktion die Anrede ermittelt und noch um ein Leerzeichen ergänzt.

Das Ergebnis wird auf jeden Fall um den Vor- und den Nachnamen ergänzt – getrennt durch ein Leerzeichen. Bei der Straße, der PLZ, dem Ort und dem Land sieht es einfacher aus. Die Straße wird durch den folgenden Ausdruck abgebildet:

STRASSE: [Strasse]

Grundsätzlich hätte man hier auch einfach das Feld Strasse angeben können, aber in der Vorlage für die .csv-Datei wurden auch alle Spaltenköpfe in großen Buchstaben geschrieben. Für die Hausnummer geben wir einfach eine leere Zeichenkette an:

NUMMER: ""

Für die PLZ können wir wegen der vorhandenen Großschreibung einfach den Feldnamen angeben:

PLZ

Die Spalte STADT wird mit dem Inhalt des Feldes ORT gefüllt:

STADT

Beim LAND benötigen wir ja nicht die komplette Bezeichnung, sondern nur das Kürzel.

Da dieses über das Feld Land mit der Tabelle tblKunden verknüpft ist, können Sie einfach das Feld Kuerzel als Feld für die Spalte LAND angeben:

LAND: Kuerzel

Fehlt noch die Spalte ADRESS_TYP, die in unserem Fall immer den Wert HOUSE annehmen soll (für andere Adresstypen wie Packstationen et cetera kommen andere Werte zum Einsatz):

ADRESS_TYP: "HOUSE"

Im Entwurf sieht die Abfrage nun wie in Bild 15 aus. Der Inhalt der Spalte Zusatz ist nicht komplett abgebildet, Sie finden diesen jedoch weiter oben im Text.

Entwurf der Abfrage qryInternetmarke

Bild 15: Entwurf der Abfrage qryInternetmarke

Das Ergebnis dieser Abfrage finden Sie in Bild 16.

Die Abfrage qryInternetmarke liefert die Daten für den Export in die .csv-Datei.

Bild 16: Die Abfrage qryInternetmarke liefert die Daten für den Export in die .csv-Datei.

.csv-Datei erstellen

Mit dieser Abfrage ausgestattet benötigen Sie nur noch einen Export, um die gewünschte .csv-Datei zu erstellen. Diese erstellen Sie, indem Sie die Abfrage zunächst schließen und dann aus dem Kontextmenü des Eintrags qryInternetmarke den Eintrag Exportieren|Textdatei auswählen.

Unter Access 2010 (andere Versionen ähnlich) erscheint der Dialog aus Bild 17. Geben Sie den Zielpfad ein oder wählen Sie diesen über den Dateiauswahl-Dialog aus, der beim Klick auf die Schaltfläche Durchsuchen... erscheint.

Auswahl der Zieldatei für den Export

Bild 17: Auswahl der Zieldatei für den Export

Klicken Sie auf OK, um den eigentlichen Textexport-Assistenten zu starten. Die erste Seite des Dialogs können Sie gleich mit einem Klick auf die Schaltfläche Weiter überspringen – die Option Mit Trennzeichen ... behalten Sie einfach bei.

Auf der folgenden Seite legen Sie fest, dass die Feldnamen in die erste Zeile einbezogen werden sollen. Außerdem soll der Export kein Textbegrenzungszeichen verwenden (siehe Bild 18). Klicken Sie dann auf Weiter, um nochmals den Namen der Zieldaten zu prüfen oder direkt auf Fertigstellen. Fertig – die Datei wird nun auf Basis Ihrer Angaben erstellt.

Festlegen der Export-Parameter

Bild 18: Festlegen der Export-Parameter

Absenderzeile hinzufügen

Nun fehlt noch eine Feinheit: Die .csv-Datei soll in der ersten Zeile die Absenderadresse enthalten, was aber noch nicht der Fall ist.

Sie haben nun zwei Möglichkeiten: Entweder Sie fügen diese Zeile von Hand nachträglich ein oder Sie ändern die Abfrage qryInternetmarke so, dass diese immer automatisch Ihre Absenderdaten in der ersten Zeile anzeigt.

Wenn Sie gelegentlich Internetmarken ordern möchten, sollten Sie den zweiten Weg gehen. Zu beachten ist dabei, dass sich Ihre Absenderdaten im ersten Datensatz befinden müssen.

Um dies zu erreichen, erstellen Sie zunächst eine Kopie der Abfrage qryInternetmarke, und zwar unter dem Namen qryInternetmarkeMitAbsender – dies gelingt am schnellsten, wenn Sie die Abfrage im Datenbankfenster (Access 2003 und älter) beziehungsweise im Navigationsbereich (Access 2007 und jünger) markieren, die Tastenkombination Strg + C und Strg + V betätigen und den Namen der neuen Abfrage festlegen.

Öffnen Sie die Abfrage in der Entwurfsansicht, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Titelleiste der Abfrage und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag SQL-Ansicht aus.

Stellen Sie dem dort zu erkennenden SQL-Ausdruck die folgende SELECT-Abfrage voran – gefolgt vom Schlüsselwort UNION (siehe Bild 19):

Diese UNION-Abfrage fügt die Absenderdaten hinzu.

Bild 19: Diese UNION-Abfrage fügt die Absenderdaten hinzu.

SELECT "André Minhorst Verlag" AS NAME,

"" AS ZUSATZ, "Borkhofer Straße 17" AS STRASSE,

"" AS NUMMER, "47137" AS PLZ, "Duisburg" AS STADT,

"DE" AS LAND, "HOUSE" AS ADRESS_TYP FROM tblKunden

UNION

...

Das Ergebnis ist allerdings noch nicht ganz zufriedenstellend: Dummerweise sortiert die Abfrage das erste Feld alphabetisch, was dazu führt, dass unsere Senderadresse nicht zwangsläufig an erster Stelle steht (siehe Bild 20).

Ergebnis der UNION-Abfrage

Bild 20: Ergebnis der UNION-Abfrage

Es ist sogar grundsätzlich nicht möglich, eine UNION-Abfrage so zu definieren, dass die Datensätze des ersten Teils (also vor dem Schlüsselwort UNION) als erste angezeigt werden.

Also ergänzen wir die Abfrage so, dass diese sich zuverlässig sortieren lässt. Dazu fügen wir dem ersten SELECT-Ausdruck folgendes Feld hinzu:

SELECT 0 AS KundeID, "André Minhorst Verlag" AS NAME, ...

Dies fügt dem Datensatz aus dem ersten Teil der UNION-Abfrage das Feld KundeID mit dem Wert 0 hinzu.

Auch den zweiten Teil der UNION-Abfrage passen Sie an, und zwar durch Voranstellen des Feldes KundeID der Tabelle tblKunden:

UNION SELECT KundeID, Nz([Firma], ...

Dies liefert nun das Ergebnis aus Bild 21. Die Sortierung erfolgt, wie bei fehlenden Sortierkriterien üblich, zunächst nach der ersten Spalte. Dies bringt uns schon näher an das Endergebnis heran, aber reicht noch nicht aus: Die Zeile KundeID ist nun überzählig, daher kann ein auf Basis dieser Abfrage erstellter Export nicht für das Erstellen von Internetmarken eingesetzt werden. Weglassen oder ausblenden können wir das Sortierfeld KundeID an dieser Stelle auch nicht, denn das gelingt nur in einfachen Abfragen (ohne UNION).

Ergebnis der optimierten UNION-Abfrage

Bild 21: Ergebnis der optimierten UNION-Abfrage

Aber auch dies ist kein Problem, sondern lediglich ein kleiner Mehraufwand: Wir erstellen einfach eine weitere Abfrage, die auf der Abfrage qryInternetmarkeMitAbsender basiert und auch alle Felder dieser Abfrage aufnimmt.

Allerdings verschieben Sie das Feld KundeID ganz nach rechts (dies allein aus optischen Gründen) und, viel wichtiger, deaktivieren das Häkchen in der Zeile Anzeigen für dieses Feld (siehe Bild 22).

Abfrage auf Basis der UNION-Abfrage zum Entfernen des Feldes KundeID aus der Ergebnismenge

Bild 22: Abfrage auf Basis der UNION-Abfrage zum Entfernen des Feldes KundeID aus der Ergebnismenge

Ein Wechsel in die Datenblattansicht zeigt nun alle Datensätze in der gewünschten Reihenfolge an (siehe Bild 23).

Die Abfrage qryInternetmarkeMitAbsenderSortiert liefert Absender- und Empfängerdaten in der gewünschten Reihenfolge.

Bild 23: Die Abfrage qryInternetmarkeMitAbsenderSortiert liefert Absender- und Empfängerdaten in der gewünschten Reihenfolge.

Fertig – damit können Sie Ihre Daten zum Erstellen von Internetmarken einsetzen.

Zusammenfassung und Ausblick

Dieser Artikel liefert alle Informationen, die Sie zum Erstellen von Internetmarken auf Basis einer existierenden Adressentabelle benötigen.

Es gibt noch Möglichkeiten, diesen Prozess weiter zu verfeinern. Sie könnten beispielsweise Kriterien mit Parametern zum Filtern der auszugebenden Datensätze in die UNION-Abfrage einbauen.

Außerdem könnten Sie den Export der durch die Abfrage gelieferten Daten noch automatisieren und per Knopfdruck ausführen.